Chinese Boxing

Was ist Chinese Boxing?

Begriffe: Chinese Boxing hat wenig mit dem westlichen Boxen gemeinsam, es ist die Übersetzung von „Chung-Kuo Chu’an”, was wörtlich übersetzt Chinesische Faust bedeutet. Chinese Boxing stellt eine Synthese der „besten” Methoden aus verschiedenen Stilen dar, darunter T’ai-Chi Chu’an, Hsing-I Chu’an, Wing Chun Chu’an, Pa-Kua, Wa Lu. Würfe, Hebel- und Kontrolltechniken (Chin Na), Bodenkampf und für den fortgeschrittenen Schüler Stock- und Messertechniken runden das Bild ab. Nicht chön anzuschauende Techniken sind dabei unser Hauptaugenmerk, sondern Effektivität. Im Chinese Boxing wird der ganze Körper für den Kampf eingesetzt, im Ernstfall ohne Regeln. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass es bei uns keine Wettkämpfe gibt.

Stil: Chinese Boxing ist anders als z.B. das westliche Boxen ein sogenannter innerer Stil, im Englischen spricht man von Internal Martial Arts. Dies bedeutet, dass die Schüler nach einiger Zeit erlernen sollten, die Techniken nicht nur einfach – i.e. äußerlich – auszuführen, sondern über Erfahrung lernen, ihren gesamten Körper ausgehend vom sogenannten Tan Tien – dem Körperzentrum – einzusetzen. Was rein physikalisch gesehen zunächst einmal zu einer Verbesserung der klassischen für den Kampf mitentscheidenden Bewegungsmotoriken führt: nämlich Kraftübertragung, Stand und Schnelligkeit. Darüber hinaus ist das „Lockersein” in unserer inneren Kampfkunst ein ganz wichtiger Aspekt: Sie führt zur körperlichen Entspannung und mentalen Gelassenheit; eine Grundveraussetzung für das erfolgreiche Bestehen jeglicher Konfliktsituation. Lao-Tse, ein chinesischer Philosoph hat gesagt: Nichts ist weicher und nachgiebiger unter dem Himmel als Wasser. Doch nichts ist besser für das Angreifen des Festen und Starken. Nichts kommt ihm gleich. Das Weiche kann das Harte überwinden. Das Bewegliche kann das Starre überwinden. Wie viele Grundideen im Chinese Boxing lässt sich dies auch als Philosophie auf den Alltag anwenden.

Synthese: Obwohl wir unseren Lehrern – direkten oder indirekten – sehr dankbar sind, frönen wir keinem Götzentum. Auch machen wir nicht ohne zu Denken irgendetwas nach, was unsere Meister oder Vorgängerstile seit Kurzem oder auch seit Jahrhunderten gutgeheißen haben. Der Schlüssel liegt eher in der Wandlung und in der Anpassung an individuelle sowie von außen einwirkende Randbedingungen.

Wie eingangs erwähnt, besteht unsere Kampfkunst aus den besten Methoden verschiedener Stile — dies ist die sogenannte Stil -Synthese. Daneben gibt es einepersönliche Synthese der bevorzugten Techniken aus dem Chinese Boxing: Beispielsweise wird ein großer Schüler mit langen Armen und dickem Trizeps wahrscheinlich andere „Lieblingstechniken” entwickeln als ein kleinerer etwas untersetzter Schüler mit kräftigen Oberschenkeln. Ersterer könnte z.B. Punches hart ausführen und wird vielleicht eine lange Armreichweite haben, während der Zweite sich schneller einem Gegner nähern oder von ihm entfernen könnte. Die erfolgversprechendsten Kampfkonzepte – Aktionen sowie Re-Aktionen beider – werden und sollten natürlich auch verschieden sein. Dies ist mit persönlicher Synthese gemeint. Es geht nicht um das millimetergenaue Einstudieren von Übungen, die den eigenen Körper in keiner Weise berücksichtigen oder nur als Bewegungsformen für einen Schiedsrichter zu gebrauchen sind. Konzeptionell hat unsere Kampfkunst im Rahmen der Prinzipien des Chinese Boxing also einen gewissen Spielraum für Individualismus und wird nicht nur durch ein fest auferlegtes einzutrainierendes Schema bestimmt. Im Training wird auf die Bewältigung von physikalischen Konfliktsituationen, die bekannterweise keinerlei Regeln unterliegen, hingearbeitet. Nach einiger Zeit wird sich ein verbessertes inneres Gleichgewicht einstellen, was auch der Bewältigung von geistigen Konfliktsituationen im Alltag dienlich ist.

Prozess: Wir glauben nicht an die ultimative Technik. Unsere Schule vermittelt Chinese Boxing als ein Prozess, der nicht zu Ende geht, solange man diese Kampfkunst betreibt.

Wir danken unseren Lehrern, Sensei Dr. med. vet. Torsten Brendel und Sensei Christian Meilner, die uns auf diesen Weg führen und begleiten.

Fitness: Unsere Kampfkunst kommt ohne Kraft und Akrobatik aus, ist also demnach auch für im körperlichen Sinne unterlegene Menschen geeignet. Dennoch erachten wir es als sinnvoll, physische Grundbewegungsmotoriken zu schulen und einen gewissen Grad von Fitness zu erreichen. Neben der Steigerung der physischen und psychischen Ausgeglichenheit dient dies dazu, generell seine Grenzen und Möglichkeiten zu erfahren, diese auszureizen und durch Training auszudehnen zu können. Wert legen wir dabei auf gesunde sowie für unsere Kampfkunst zweckmäßige Übungen.

Training: Die Schüler sollen Spaß und Engagement zum Training mitbringen. Ebenso sind Höflichkeit und Respekt gegenüber Mitmenschen für uns selbstverständlich. Unsere Kampfkunst soll bei allem Ernst an der Sache Freude bereiten. Deshalb legen wir Wert auf eine positive Trainingsatmosphäre und solche Mitmenschen, die diese Punkte beherzigen.

Das Training:
Freies Training am Dienstag: 18.00 – 19.30 Uhr SBR-Kampfsporthalle
Mittwoch:                                  18.00 – 20.00 Uhr ESV-1.ster Stock Halle
Freitag :                                     18.00 – 19.30 Uhr SBR-Kampfsporthalle

Mitzubringen sind gute Laune und normale (Hallen-)Sportbekleidung nebst.

Kostenlose Probestunden sind jederzeit möglich, am Besten vorher kurz anrufen.

Quellentext:

Kobushi Jitsu

ICBO – International Chinese Boxing Organization

Chinese Boxing Tutorial



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