Mayweather`s 50. Sieg

May Rd Gürtel

Um das Fazit gleich vorweg zu nehmen: Man bekam als Bildschirm-Zuschauer bei dem -zig Millionen Dollar-Show-Event eine schöne Skyline von Las Vegas zu sehen. Die „Totale“ aus der T-mobile Arena war auch gut anzuschauen. Wer früh genug aufgestanden ist, konnte zumindest teilweise gutes Boxen und dabei eine kleine Überraschung miterleben. Beides hatte allerdings Nichts mit Mayweather und McGregor zu tun. Der Hauptkampf war als spannende Boxsport-Delikatesse angepriesen worden. Was man dann zu sehen bekam, war eher eine magere Diät-Kost. Nichts spektakuläres, nicht eine einzige Minute lang richtige Ring-Action. Weder Mayweather noch McGregor haben sich für ihre -zig Millionen „ein Bein ausgerissen“.

Was den viel umworbenen Hauptkampf zwischen Mayweather und McGregor anbelangt, ist man beinahe sprachlos. Die monatelang hoch geschraubten Erwartungen sind meilenweit hinter den tatsächlich gezeigten Leistungen entfernt geblieben. Nach all der Promotion vorneweg, war der Kampf selbst eher ernüchternd und boxerisch gesehen, auf Landesliga-Niveau. McGregor hielt länger durch, als man vorher glauben wollte. Das war aber auch schon Alles. Eigentlich war nicht viel mehr zu erwarten“, kann man jetzt schlau daher reden. Das Publikum, bzw. die Fans haben sich durch die monatelange Promotion anstecken lassen. Letztendlich war es ein Kampf eines 40-jährigen Ex-Weltklasseboxers gegen einen zugegeben etwas außergewöhnlichen Profibox-Debütanten. Dass McGregor in den ersten Runden noch relativ gut wegkam, lag weniger an seinen Boxkünsten als daran, dass Mayweather so gut wie Nichts gemacht hat. Mayweather hat den Kampf laufen lassen und erst ab der 4 oder 5 Runde damit begonnen, McGrgor in den Rückwärtsgang zu drängen. Zu diesem Zeitpunkt ließen die Kräfte des Iren bereits nach. Er ist es einfach nicht gewohnt, einen im Boxsport üblichen langen WM-Kampf zu bestreiten.

In Runde 10 kam das Ende für den MMA`ler. Mayweather hatte gemerkt, dass von seinem Gegner nicht mehr viel kommt und es war „easy work“ für den Routinier, den Kampf mit einer ganzen Serie von Kopftreffern zu entscheiden. Ringrichter Robert Byrd ging dann auch relativ zügig dazwischen und beendete den Kampf. Er hatte genug gesehen, obwohl McGregor nach dem Kampf meinte, er hätte auch weiter machen können. So kam Mayweather zu seinem gewünschten 50. Sieg und beide Kämpfer hatten ihren hoch bezahlten Arbeitstag hinter sich. Etwas überspitzt gesagt, könnte man meinen es war nicht viel anders wie im richtigen Leben: Wer am wenigsten leistet, bekommt das meiste Geld.

Auf der Undercard war u.a. Steve Cunningham zu sehen, der einen 10 Runden Kampf gegen den fast 15 Jahre jüngeren Andrew Tabiti bestritt. Bis zur letzten Runde erschien dieser Kampf wie eine abgesprochene Pflichtübung. Keiner tat dem Anderen wirklich weh. Tabiti hat nun endlich einen bekannten Namen in seinem Kampfrekord und Beide können zufrieden mit 100 000 Dollar die Heimreise antreten. Für eine kleine Überraschung sorgte der Brite Nathan Cleverly, der sich von Badou Jack vermöbeln ließ, ohne einen wirklich ernsthaften Versuch zu machen, sich gegen seine Niederlage zu wehren.

Randnotiz: Die Übertragung auf „DAZN.com“ hing zwar einige Minuten hinterher, war aber qualitativ gut. Es sind gut angelegte 9,99 € im Monat, die sich trotz des relativ kleinen Boxsportangebots lohnen. Auch der Kampf zwischen Gennady Golovkin und Canelo Alvarez am 16. September wird gezeigt. Wer nur wegen Mayweather vs McGregor ein kostenfreies 4-Wochen-Probe-Abo gebucht hat, sollte sich also mit der Abmeldung noch etwas Zeit lassen.

Quelle www.boxen.de reinickefuchs
Boxclub Rosenheim / Bayer / News

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