Abraham besiegt Krasniqi – Jetzt wieder gegen Ramirez?

Boxen_April_2017

Mit so einer Dominanz Abrahams hätte wohl kaum jemand gerechnet. Von Beginn an zeigte der Ex-Champ, wer Chef im Ring ist. Die ersten 3 Runden gingen komplett an „King“ Arthur. Ein- oder zweimal zwischenzeitliches Aufbäumen von Krasniqi reichte einfach nicht aus, um den Kampf zu drehen. Der Punktsieg von Abraham ging mit den Wertungen von 118:110 und 117:111 in Ordnung, während die 115:114 einfach mal mit der Realität unvereinbar waren.

Es gelang Abraham, seinen Gegner vor Allem mit dem Jab zu beschäftigen. Er bestimmte die Ringmitte und machte „Jagd“ auf Krasniqi, der wie ein Satellit um Abraham kreiste. Dem 30-jährigen blieb nichts weiter, als sein Heil auf schnellen Beinen auf der Flucht zu suchen. Es schlich sich fast eine Monotonie ein, weil eine Runde fast genau so aussah wie die andere. Abraham zwang Krasniqi seinen Kampf auf und zog seinen Stil bis zum Kampfende durch. Das nicht zuletzt, weil Wegner ihn in den Pausen regelmäßig belog, er würde hinten liegen. Aber diese „Motivation“ brauchte Abraham scheinbar, um sich nicht auf einem Vorsprung auszuruhen.

Doch letztendlich muss man bemerken, dass es zwar in diesem Kampf einen klare Sieger gab, das Niveau des Kampfes und die gesamte Kampfführung warten allerdings eindimensional und einfallslos. Krasniqi gelang es nicht, überhaupt etwas gegen Abraham auszurichten. Von dem, was er gemeinsam mit seinem Neuen Trainer Schaburov angeblich „einstudiert“ haben sollte, war Nichts zu sehen. Er arbeitete sich am Abrahams Deckung ab und verschoss dabei sein Pulver. Wo blieb eigentlich sein „Spezialschlag“ auf die Leber, mit dem er 2014 Emmanuel Danso eindrucksvoll fällen kannte? Auch Abraham gelang bei weitem icht Alles. Seine Arbeit mit dem Jab war gut, aber harte Treffer mit der Schlaghand kamen einfach zu wenige. Die Frage ist jetzt: War Abraham einfach mal wieder richtig gut oder sah es nur so aus, weil Krasniqi und sein Trainer keinen Plan B hatten?

Jetzt soll also Arthur Abraham erneut um den WBO-Gürtel im Supermittel kämpfen. Dabei sollte man nicht vergessen, dass er diesen Gürtel ja hatte und in Las Vegas mit einer völlig desolaten Leistung regelrecht wegschenkte. Will man ganz böse sein, könnte man sagen, dass der erneute WM-Fight nur einem Zweck dient: Noch einmal mit Abraham ordentlich Kasse machen! Sauerland und Abraham kommen höchstwahrscheinlich zu dieser Neuauflage als Gäste in die USA und das mit dem berühmten „Kamm in der Tasche“. Wie groß die Siegchancen von Abraham gegen Ramirez diesmal sind, kann man sich an den Fingern einer Hand abzählen. Man braucht nur beide Kämpfe der gestrigen Nacht miteinander zu vergleichen um zu wissen, dass boxerisch gegen Ramirez mehr nötig sein wird, als gegen Krasniqi.

Unterm Strich bleibt trotz des ganzen Jubels für Abraham ein etwas fader Beigeschmack: Die Sauerland-Chefetage blieb der Veranstaltung fern. Hatte man Abraham schon insgeheim abgeschrieben? Oder hat Ulf Steinforth keine Gratis-VIP Tickets spendiert? Für Robin Krasniqi war diese Niederlage wie eine geplatzte Seifenblase: Alle Träume von einem erneuten WM-Fight sind erst einmal vom Winde verweht. Vielleicht wäre es ratsam, wenn Krasniqi einen Kampf um die WBO-Europameisterschaft macht. Titelträger Apti Ustarkhanov sollte ein machbarer Gegner für ihn sein.

Quelle Boxen.de reineckefuchs 24.04.2017
Boxclub Rosenheim / Bayer / News

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